Beim Ortsteile-Fußball-Pokalturnier rollt kurz nach den VW-Werksferien beim Sportverein Barwedel (SVB) das runde Leder wieder über den Rasen.
Spartenleiter Fußball Christian Wrede und mit ihm die Fußballspieler freuen sich über das Turnier. „Der Reiz dieses Turniers liegt in der Tatsache“, so der Spartenleiter, „dass die für den SVB spielenden Fußballer, angefangen bei der Jugend über die beiden Herrenmannschaften bis hin zu den Altsenioren, sich nicht in einer Mannschaft wiederfinden, die sonst gemeinsam die Punktspielsaison bestreiten, sondern bei diesem Turnier gegeneinander antreten.“
Mit dabei seien aber auch ehemalige Fußballer, die sich nahtlos in die jeweilige Ortsteilemannschaft einfügen würden.
Die drei gemeldeten Mannschaften Dorf, Tiddischer Siedlung und Alte Siedlung hatten in drei Runden jeder gegen jeden auf dem verkürzten Spielfeld gegeneinander anzutreten. Spielzeit: 1 × 15 Minuten.
„Eine Mannschaft besteht aus sechs Spielern, und das ist Bedingung“, so Spartenleiter Wrede, „mit einer Spielerin im Mannschaftsgefüge.“
Wobei die Mannschaft Dorf mit der Spielerin Jagruti Patel (24) aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) international besetzt war. Die aus Baton Rouge, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Louisiana, stammende Amerikanerin ist derzeit für drei Monate bei ihrer Freundin Leonie Spellig zu Gast. Die beiden kennen sich seit Leonies Auslandsjahr 2011 und wurden zu echten Freundinnen.
Für Jagruti ein tolles Erlebnis. „Ich habe sogar ein Tor erzielt“, jubelte sie. Sie verteilte aber auch Komplimente.
„Ich liebe Deutschland, ich liebe Barwedel. Mein Herz ist hier für immer und ewig“, freute sie sich über die ihr zuteilwerdende Gastfreundschaft.
Die Familie von Hartmut und Gabi Spellig mit ihren zwei Kindern Lucas und Leonie kennt sie über die Jahre der gegenseitigen Besuche mittlerweile schon so gut, dass sie sich angenommen und heimisch fühlt.
„Meinen Familiennamen habe ich in Jagruti Patel-Spellig erweitert“, so die Amerikanerin.
Unter den zahlreichen Zuschauern saßen mit Hans-Heinrich Ladendorf (81) und Horst Bender (76) zwei Barwedeler „Fußballlegenden“, die den grün-weißen Farben ihres SVB immer treu geblieben sind.
„Wir hatten zu keiner Zeit Wechselabsichten“, so die beiden ehemaligen Ballakteure. „Wie Uwe Seeler beim Hamburger SV“, wagten Stürmer sowie Mittelfeldspieler Ladendorf und Torwart Bender einen Vergleich mit Deutschlands wohl bekanntestem Fußballvorbild.
„Wir sehen uns ja nicht mehr so häufig. Bei diesem besonderen Turnier treffen wir aufeinander und sprechen dann gerne miteinander und mit den staunenden jungen Kickern über vergangene Fußballzeiten.“
Unvergessen und im Gedächtnis fest gebrannt sei der Gewinn des Kreissportbundpokals, „den wir 1963 auf neutralem Boden in Ehra-Lessien gegen den SV Tülau in regulärer Spielzeit mit 3:2 gewinnen konnten. Halb Barwedel hat sich damals auf den Weg nach Ehra-Lessien gemacht. Noch heute ein unvergessliches Erlebnis.“
Besonders für Torwart Horst Bender. Der musste nach dem Abpfiff sofort seine Sachen packen. „Als Wehrpflichtiger hatte ich pünktlich in der Kaserne in Buxtehude zu erscheinen“, bedauert er noch heute diesen Umstand. „An der rauschenden Siegesfeier konnte ich dadurch nicht teilnehmen.“
Den Turniersieg sicherte sich die Ostsiedlung mit 9 Punkten und 11:7 Toren. Die Alte Siedlung folgte mit 8 Punkten und 13:13 Toren, das Dorf mit 7 Punkten und 11:15 Toren.



